Day 639-643 Tiny Cities made of Ashes - New Delhi, Agra and the Taj Mahal and Jaipur
Der Flug nach New Delhi verlief typisch indisch. Der Flugplatz in Chennai war ziemlich Oldschool und die Angestellten gaben uns keine Sitzplatz- nummern. Das fuehrte beim Einsteigen natuerlich zu einem indischen Gedraenge. Wir schauten uns das Trauerspiel an und nahmen einfach einen der leeren Sitze. Inder sind so egoistisch, sie wollen immer das Beste haben und goennen ihren Mitmenschen nicht den Dreck unter den Fingernaegeln. Diese schlechte menschliche Eigenschaft zieht sich durch das gesamte Land.
Der Norden war auch nicht ruhiger oder sauberer. In der Hauptstadt Indiens (350.000 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 18.000.000 im Grossraum) angekommen, buchten wir ein Prepaid Taxi. Doch auch mit diesem Fahrer ist es sehr schwer an sein Ziel zu kommen. Delhi ist voll mit Gaunern und Kleinkriminellen und so muss man sich ordentlich durchsetzen koennen und die Tricks kennen. Wir kennen die indischen Tricks mittlerweile. Der Ideenreichtum, um uns in ein anderes Hotel zu lotsen wo die Trickbetrueger Provisionen erhalten, ist grandios. Oft wird uns gesagt, dass das Hotel abgebrannt ist oder momentan befindet sich eine Demonstration in dieser Strasse und der Taxifahrer kann dort nicht hinfahren. Meistens haben die Taxifahrer noch einen Kumpel mit dem sie zusammenarbeiten. Dieser bestaetigt dann per Telefon die Aussagen des Fahrers und so soll seine Glaubwuerdigkeit untermauert werden. Nichts von alledem ist natuerlich wahr und das wussten wir auch. Wir kennen 70% dieser Geschichten schon aus Sued- und Zentralamerika, doch wir muessen eingestehen, die Inder sind die besten auf diesem Gebiet. Guido setzte sich durch und unser Fahrer merkte, dass bei uns nichts zu holen ist. Nach 10 Minuten gab er auf, doch wir merkten, dass er innerlich kochte. Er hat sich die Zaehne an uns ausgebissen, setzte uns am Main Bazar ab und stieg enttaeuscht, doch mit einem Laecheln, in sein Taxi zurueck. Und so ging ein schlechter Abend im Leben eines New Delhi Taxifahrers zu Ende.
Der Main Bazar ist das Backpacker- zentrum in New Delhi. Hier trifft das indische Bazarleben auf das Reiseleben der Backpacker aus aller Welt. Israelis, Argentinier, Spanier, Deutsche, Schweizer, Finnen, Englaender, Franzosen, Kanadier und Schweden laufen durch die engen Gassen und versuchen entweder mit den Rucksaecken auf dem Ruecken einen Schlafplatz zu finden oder die Preise fuer Kleidungsstuecke zu verhandeln. Waehrenddessen brausen unter lauten Gehupe die Rikschas durch die Strassen, gefolgt von Ochsen und Kuehen die ueberall hinscheissen. Der Main Bazar in New Delhi schlaeft nie. Hunderte Krueppel versuchten bettelnd einen Rupien zu machen. Wir haben gehoert, dass sie als Kinder aus Kinderheimen geholt werden und danach verstuemmelt werden. So bringen sie auf den Strassen der Hauptstaedte mehr Geld ein. Je schlimmer die Verstuemmelung, desto mehr geben die Kinder oder Bettler her. Das Geschaeft boomt und wird von Mafiabanden organisiert. Abends muessen alle zurueck in ein Haus, wo sie das Geld abgeben und einen Schlafplatz und etwas zu Essen bekommen. Ob das eine Urban Legende ist, wissen wir nicht. Wir beide glauben jedoch ganz fest an diese Geschichte, denn so viele verstuemmelte Menschen koennen nicht normal sein. Und wir haben schon mehrmals gesehen, wie die Bettler das Geld an gut gekleidete Inder abgegeben haben. Den Indern trauen wir alles zu und uns erscheint diese schlimme Geschichte ueberhaupt nicht abwegig. Oben seht ihr eine Strassenecke in New Delhi. 10 Meter weiter war der Eingang zu unserem Hotel.
Der Gestank war bekannt, die Szenerie auch und so versuchten wir nur ein Bahnticket nach Agra zu bekommen. Wir waren erfolgreich und hatten noch den ganzen Tag, um uns in der Innenstadt etwas umzuschauen. Hier gab es westliche Ketten wie Pizza Hut, McDonalds oder Pepe Jeans und Lacoste. Die Menschen in Delhi sind natuerlich touristenverseucht. Fragt man einen nach dem Weg, bekommt man schnell die Antwort: „Fuer 50 Rupien sag ich es Dir!“ ;-) Nach einem beinahen Totalzusammenstoss mit einem Bus, man wollte uns umbringen als wir die Strasse ueberqueeren wollten, und einer leckeren Pizza, stiegen wir in den Zug ein und waren froh, aus dem Moloch zu verschwinden. Good Bye New Delhi – was fuer eine Stadt?! Oben: Kathleen voller Hoffnung auf eine Besserung unserer Reisesituation am Bahnhof in New Delhi. Bei der Ankunft in Agra wurden auch die letzen Erwartungen zunichte gemacht. Es ist nunmal wie es ist oder wie sagt der Koelner so schoen: "Et kuett wie et kuett!"
Die Stadt Agra liegt am Ufer des Flusses Yamuna, genau wie New Delhi, im Westen des Bundesstaats Uttar Pradesh. Auch diese Stadt hat 1,4 Millionen Einwohner, aber das geht in Indien schnell. Es sieht eher doerlich aus. Die Ankunft in Agra war richtig stressend. Als wir die Bahnhofshalle betraten, wussten wir sofort, dass die Menschen sehr arm sind. Abends um 21.00 h liefen uns viele Kinder bettelnd hinterher und Schlepper versuchten ihre Tricks. Es half kein Bruellen und auch kein: „No, Fuck You. Go Away, Piss off!!!“, nein, es half nichts. „No“ versteht kein Inder. Das Wort kommt im Wortschatz eines Inders nicht vor. Wir haben es noch nie aus einem Mund gehoert und so akzepieren die Inder kein „No“. Links seht ihr nicht etwa ein Muelldepot. Ihr seht eine Seitenstrasse in Agra. Kuehe, Ratten, Hunde und muellsuchende Kinder und Inder treffen sich hier taeglich um den Muell zu durchforsten.
Wir wurden auf Schritt und Tritt verfolgt. Das regte Guido so sehr auf, dass er einen der Schlepper verpruegeln wollte. So kam es dann, dass wir bei der Polizei ein Prepaid Ticket kauften und uns mit einer Rikscha in die City fahren liessen. Eine Stadt kann man das eigentlich nicht nennen. Agra sieht so aus wie Dresden nach dem Krieg. Uns ist unverstaendlich, warum die Inder nie ihre Haeuser zu ende bauen koennen. Das Phaenomen sahen wir das erste mal in Peru und Bolivien, doch hier stehen teilweise nur Ruinen. Die Kuhscheisse stappelte sich hoch in den Strassen Agras und so kam es, dass wir uns nach 30 Minuten fuer ein Hotel entschieden, dass die beiden Rikschafahrer uns anboten. Natuerlich zahlten wir ihre Provision versteckt auf den Mietpreis drauf, doch es war einfach nicht moeglich, diese Typen abzuwimmeln. Wir schlugen uns wie auch schon in Delhi mit den Bettwanzen rum. Guido haben sie die ganze Hand zerfressen. Oben seht ihr die Edelsteinverzierungen am Taj Mahal.
Morgens gingen wir vom Hotel aus zum Taj Mahal. Er war nur zwei Gehminuten entfernt. Der Taj Mahal, die "Krone des Ortes" ist ein 58 m hohes und 56 m breites Mausoleum, das auf einer 100 m mal 100 m großen Marmorplattform errichtet wurde. Der Grossmogul Shah Jahan liess ihn zum Gedenken an seine 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal erbauen. Ein Beweis fuer seine grosse Liebe. Der Taj Mahal besteht aus Bauelmenten, die aus ganz Asien rangeschafft wurden. 1.000 Elefanten waren am Bau beteiligt. 30 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den Marmor eingefuegt. Eine Prozedur, bei denen die Arbeiter ihre Finger verloren, denn der Marmor war so hart, dass sie kaum die Edelsteine einsetzen konnten. Noch heute wird die Technik als Kunst gefertigt und in alle Welt verkauft. Das Bauwerk wurde restauriert und in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Oben stehen wir vor dem Taj Mahal. Yes, wir haben es geschafft!
Wir passierten die Kontrolle, gingen durch das Haupttor und dann sahen wir ihn. Der Taj Mahal stand in der morgentlichen Sonne vor uns. So gigantisch und praechtig hatten wir uns das groesste Mausoleum der Welt nicht vorgestellt. Es war wirklich ueberwaeltigend. Wir blieben zwei Stunden auf dem Gelaende und genossen den angenehmen Morgen und die Ruhe. Wir hatten wieder einen Meilenstein unserer Reise erreicht. Der Anblick war die Muehe wert. Oben seht ihr den Taj Mahal in seiner Pracht.
Auch am naechsten Tag hatten wir die Schurken vom Vorabend an der Angel. Wir nannten sie "Dick and Alky", weil sie immer sturzbesoffen waren und kaum noch Zaehne im Mund hatten. Das Paan hatte ihnen die letzten Stummel auch noch weggefressen. Wir liessen uns also in einige Handwerkerstaetten fahren, wo sie die Kunst der Region herstellten. Wir sahen dabei zu, wie Teppiche per Hand geknuepft wurden oder wie Marmor im Taj Mahal verarbeitet wurde. Es war sehr interessant. Leider hielten die beiden Gauner sich nicht an ihre Abmachung mit uns. Wir handelten am Vortag aus, dass sie uns zu 6 ihrer Provisionslaeden fuhren und dann die Provision einsacken, aber von uns kein Geld erwarten koennen. Wir gaben ihnen dann aus Mitleid 100 Rupien drauf und als Belohnung liessen sie uns am naechsten morgen sitzen. Die Inder sind in dieser Hinsicht wirklich nervig. Handelt man einen Preis aus, wird bei der Bezahlung einfach mehr verlangt. Das bringt Guido meistens so zum Kochen, weil es super unfair und link ist. Dies scheint auch eine typisch indische Art zu sein. Oben seht ihr einer der Strassenkuechen. Manchmal muessen wir auch hier Kleinigkeiten zu uns nehmen. Zum Beispiel auf den langen Busfahrten, wenn wir kein Restaurant finden koennen.
Wir suchten uns also einen anderen Rikschafahrer der uns zum Bus brachte. Um 10 Uhr sollten wir losfahren und um 12.30 h ging es dann endlich los auf die 200 Kilometerlange Strecke nach Rajasthan. Wir waren wirklich froh, Agra hinter uns zu lassen. Rajasthan ist mit einer Fläche von 342.239 km² und 58 Millionen Einwohnern ein Staat der 40% Moslems und 50% Hindus misst. Die Hauptstadt Rajasthans ist Jaipur und obwohl die 2. Landessprache in Indien Englisch ist, spricht es hier kaum einer. Die Menschen sind froh, wenn sie ueberhaupt lesen und schreiben koennen. Oben seht ihr Kathleen auf einem Balkon im Agra Fort in unserem Fuehrer stoebern. Die Aussicht ist gewaltig: Der Taj Mahal ist in der Ferne zu sehen!
Das Wahrzeichen von Jaipur ist der Hawa Mahal der „Palast der Winde“ und der City Palace. Jaipur wird auch die Pink City genannt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die pinken Haeuser im Altstadtviertel. Hier tobt das Leben. Hier geht es drunter und drueber. Die Ochsen wurden durch Kamele ersetzt. Das Leben findet auf der Strasse statt, auf den unzaehligen Basaren. Zwischen schwulem Poposex, der vor und auch waehrend der Ehe von den meisten Indern betrieben wird, der Unterdrueckung der Frau und dem typisch islamistischen Misstrauen anderen Menschen und Religionen gegenueber, kommt die Naivitaet der Menschen in diesem Bundesstatt noch mehr zum Ausdruck, als im Rest von Indien.
Gestern waren wir im Muslime-Stadtteil und sahen dabei zu, wie die Menschen Blattgold und Schmuck herstellten. Hier trauen sich keine Weissen mehr hin. Wir waren mit unserem Rikschafahrer weit hinter den Grenzen des Tourismus unterwegs. Er hatte aber alles im Griff und die Menschen waren sehr nett zu uns. Die Kinder liefen hinter unserer Rikscha her und alle gruessten uns aus ihren Werkstaetten und von den Balkonen aus. Trotzdem war uns mulmig zu Mute. Besonders als wir in eine Gebetsdemonstration von einigen tausend Moslems hineingerieten. Doch auch hier liessen uns alle in Ruhe. Als die Prozession der Muslime an uns vorbei lief, stand eine Traube von Kindern um uns herum. Guido meinte, er fuehlte sich wie bei dem Film: "Behind Enemy Lines". Doch auch das ueberstanden wir gut. Wir erlebten super Dinge in Jaipur und sind wieder voll im Reisefieber.
Rajasthan grenzt an Punjab, Haryana, Uttar Pradesh, Madhya Pradesh und Gujarat und, das ist noch viel wichtiger, an die pakistanischen Provinzen Sindh und Punjab. Laut der letzen Volkszaehlung sind 96,3 Prozent der Einwohner Pakistans Muslime. Pakistan gehoerte mal zu Indien und wurde als das Indien der Muslime abgespalten. Seit seiner Unabhaengigkeit ist Pakistan Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volks- und Glaubensgruppen. Wer hier gegen wen kaempft, weiss wohl niemand so genau. Sind es die Sunniten gegen die Schiiten oder andere Voelkergruppen die sich gegenseitig das Leben schwer machen?
Die Wuestenstadt Jaisalmer ist unser naechstes Ziel. Die blühende Handelsstadt liegt an der Grenze zu Pakistan. Inmitten der Wüste Thar gelegen und wegen des gelbbraunem Sandsteins auch "Die goldene Stadt" genannt. Heute abend geht es auf die lange Reise in die Wueste zu den Kameltreibern.Wuenscht uns Glueck und denkt dran...
...auch morgen geht die Sonne auf.
Kathy und Guido


2 Comments:
Hi!!!!
Man das ist ja echt unglaublich, was ihr da alles so erlebt. Kaum zu glauben, was das für ein komisches Volk ist. Wenn mal ein Reportage über Indien im TV kommen sollte, bin ich die erste die sich das anschauen wird. es sit interessant und schaurig zugleich. Aber ihr habt ja genug Erfahrungen gesammelt, das ihr das auf jeden Fall meistern werdet.
Das wars auch schon wieder, viele liebe Grüße aus Deutschland sagen euch Jeannette & Aldo!!!!
By
Anonym, at 5:59 PM
Hallo Ihr Weltbummler,
leider ist mein letzter Text auf der Datenautobahn verschollen
Jetzt hatte ich mir mal die Zeit genommen (wo ich doch eh keine habe)
und dann gehen mir die Zeilen verloren beim einstellen ins Netz.
Gut aber, dass es dem Elefantenbändiger wieder GUT geht und
Ihr weiter so viel Glück habt …. mit Krankheiten etc…
Mein lieber Freund…so viel Müll auf den Straßen… und Menschen, die nicht in der
Lage sind, aus Ihrem (schönen Land) mehr zum machen ist schon
traurig…. aus was für Gründen auch immer.
Na ja, des Menschen Wille, ist sein Himmelreich.
Hoffe Ihr seid in einer Gegend, wo es von der Sauberkeit etwas
besser bestellt ist.
Wünschen Euch natürlich, dass alles GUT und RUHIG so weiter läuft….
Alle die Träume, der Hunger nach NEUEM, fremden Menschen, Ländern
UND IMMER DAS GEFÜHL VON ABENTEUER IM BAUCH…..
erhalten bleibt…und wir uns bei einem guten Glas Wein bei Hanne und
Martin wieder sehen…
Passt auf Euch auf…. in Gedanken bei Euch
jb. u.- Familie
By
Anonym, at 10:05 PM
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