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Mittwoch, Oktober 04, 2006

Day 620-627 Mysore, Fort Kochi, Munnar, Kumily, The Backwaters and Varkala Beach

An unserem letzen Abend in Mysore gingen wir zum Mainpalace und schauten uns das Dasara Festival an. Das Festival ist eines der groessten Kulturevents in Suedindien. Wir sahen eine Elefantenparade und schauten uns die verschiedenen Kuenstler auf der Buehne an. Guido durfte noch hinter dem Hauptgebaeude zu den Elefantenfuehrern in den Stall und ein Elefant saugte Guidos Haare an. Besonders unheimlich war uns, als wir in dem engen Raum mit den beiden riesigen Elefanten standen. Guido stand in der Ecke und es war kaum noch Platz in dem Stall. Dann drehte sich ploetzlich der Elefant. Das war ein sehr komisches und teilweise beaengstigendes Gefuehl.

Die Busfahrt nach Fort Kochi verlief bis auf einen Zwischenfall sehr ruhig. Um 3 Uhr nachts, als es komplett dunkel im Bus war, weckte Kathleen den Guido. Der Inder hinter Kathleen hatte seine stinkenden Fuesse auf Kathies Kopf gelegt. Wir konnten es kaum fassen und schmissen seine Fuesse runter. Er murmelte nur irgendwas auf Hindu und legte seine Beine immer wieder auf Kathies Kopflehne. Nach mehrmaliger Aufforderung platze Guido der Kragen. Er sprang ueber seine Rueckenlehne und warf sich auf den Inder. Der ging sofort in Abwehrstellung und hielt seine Haende vor sein Gesicht. Guido packte ihn am Kragen, schlug mit der Linken seine schuetzenden Haende weg, ballte seine Rechte vor seinem Gesicht und schrie: „Are you fuckin’ crazy? Once again and I will knock your fuckin’ shit out of you, you bloody bastard.“ Der Inder machte sich ins Hemd und wir drehten uns um und schmunzelten. Der Bus war wie immer komplett voll und jeder drehte sich um und schaute uns an. An der naechsten Haltestelle wurden wir den Spinner dann endlich los. Erst dann sahen wir, dass es ein erwachsener Mann war. Kathy sprach nur von einer Unverschaemtheit, denn das Schlimmste was man in Indien machen kann, ist einen Menschen mit den Fuessen zu beruehren.

Die naechsten Bilder sind aus Mysore. Ihr seht die Elefanten Parade und den beleuchteten Mainpalace:







Fort Kochi ist sehr schoen von den ueber 900 Kilometerlangen Wasserwegen, den indischen Backwaters, umgeben. Wir schauten uns die Insel auf der die alte Stadt Kochi liegt an und verbrachten einen ganzen Tag damit durch die einzelnen Viertel zu schlendern. Das Stadtgebiet erstreckte sich ueber mehrere der Kueste vorgelagerte Inseln und Halbinseln. Es gab also viel zu entdecken. Zum Beispiel die Franziskanerkirche, die die aelteste von Europaeern erbaute Kirche Indiens sein soll oder die Chinesischen Fischernezte im Hafengebiet.

Mit dem Bus ging es dann landeinwaerts zu den Teeplantagen in Munnar. Bei unserer Ankunft lernten wir einen netten Rikschafaehrer kennen. Panali fuhr uns zwei volle Tage durch die Gegend und zeigte uns sein Indien. Er kuemmerte sich um alles und machte unseren Aufenthalt in Munnar zu einem Erfolg. Wir konnten dabei zusehen, wie Zucker hergestellt wird. Wir gingen zu seinem Freund, der eine Gewuerzplantage besitzt. Hier sahen wir Pfeffer, Zimt, Curry, Kaffee, Kakao, Vanille, Ingwer und ca. 50 andere Gewuerze. In dem Urwald um Munnar waechst wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Die meisten Gewuerze wachsen sogar wild am Strassenrand.



Oben seht ihr die fleissigen indischen Frauen bei der Arbeit. Die Frauen machen die gesamte Arbeit und verdienen 65 Rupien am Tag (1 EURO). Die Maenner verdienen 75, stehen aber nur rum und arbeiten nicht. Auch im Strassenbau muessen die Frauen die harte Arbeit machen und die Maenner sehen eher nur zu.

Wir buchten eine Trekking Tour im Chennai National Park. Hier versuchten wir mit unseren Tribal Fuehrer wilde Elefanten aufzuspuehren. Leider war es an dem Tag sehr heiss und wir mussten unsere Suche weiter suedlich fortsetzen. Panali organisierte uns noch einen Elefantenritt und so durften wir zum ersten mal in unseren Leben auf diesem riesigen Tier reiten. Wir spuerten dabei sein Rueckrat und seine Muskeln unter unserem Hintern. Oben seht ihr einen Fischer vor den Chinesichen Fischernetzen im Hafen von Fort Kochi.

Die Gegend um Munnar zaehlt zu den schoensten Landschaften der Welt. Die gruenen Teeplantagen im Kontrast zu dem blauen Himmel und die freundlichen Menschen hinterlassen den Eindruck von einem Paradies. An einem Tag fuhr uns Panali bis zur Landesgrenze nach Tamil Nadu. Wir fuhren 8 Stunden durch die Teeplantagen und schauten den Frauen beim Pfluecken der Blaetter zu. Die Aussicht auf die Western Ghats sind ein Genuss fuer die Augen. Teefelder soweit das Auge reicht. Natuerlich baut man auch versteckt vor der Oeffentlichkeit andere, in Indien verbotene Planzenarten, an. Das versteht sich von selbst. ;-)




Wir genossen es, keinen Laerm und Smog ausgesetzt zu sein. Munnar ist sauber und es lag kein Plastik herum. Nach 3 Uebernachtungen fuhren wir nach Kumily und besuchten den Periyar National Park. Panali organisierte uns einen Fahrer, der uns die 150 Kilometer runter in den Sueden brachte. Bei dieser Jeepsafari in einem indischen Jeep der Marke Mahindra, wurden wir so sehr eingestaubt, dass unsere Kamera total dreckig wurde. Guido gab sein Bestes und nun funktioniert sie wieder.



Oben seht ihr den Ausblick von der Top Station aus in Richtung Tamil Nadu. Im Vordergrund seht ihr eine spezielle Art von Wildflowers. Sie bluehen nur alle 12 Jahre. Wir waren zufaellig in dem Jahr der Bluete hier. Die Western Ghats at it's Best!

Der Aufenthalt im Periyar Tiger Sanctuary war super. Wir mieteten ein Schiff und fuhren durch die Wasserwege des Nationalparks. Diesmal standen wir um 5 Uhr morgens auf, um endlich die wilden Elefanten zu beobachten. Nach 10 Minuten Bootsfahrt sahen wir dann eine Gruppe mit 5 Elefanten die am Ufer standen und grasten. Es war sehr beeindruckend diese Tiere vom Boot aus zu beobachten.



Die Backwaters an der Kueste mussten noch erkundet werden und so fuhren wir an zwei aufeinander folgenden Tagen mit einem Boot von Kotayam nach Allepey und von Allepey nach Kollam. Insgesamt fuhren wir ueber 11 Stunden mit dem Boot durch die Wasserwege Suedindiens. Hier bekamen wir einen genauen Einblick in das Leben der Menschen und lernten, wie wichtig das Wasser fuer sie ist.







Heute sitzen wir in Varkala und es ist mal wieder Stromausfall. Das geschieht eigentlich jeden Tag. Manchmal erledigt sich das Problem in wenigen Minuten, doch oft kommt es auch vor, dass es an diesem Tag keinen Strom mehr gibt. Varkala ist ein Ferienort am arabischen Meer und wir schlafen in einem Hotel, das sehr schoen an den Klippen erbaut wurde. Wir geniessen die Sonnenuntergaenge und die kulinarischen Koestlichkeiten der Region. Das indische Essen ist sehr gut. Die Gewuerze und die Zubereitung bekommen unserem Magen. Natuerlich ist die Sauberkeit in Indien fuer einen Europaer einfach unvorstellbar. Aber anscheinend schaffen sie es, uns bis heute mit ihren Gerichten zu verwoehnen. Wir sehen nach 4 Wochen Indien einfach den Dreck nicht mehr so, denn nur so kann man Indien geniessen.

Kathleen bei unserer Wanderung im Chennai National Park. Im Hintergrund seht ihr die Bergkette von Munnar.

Guido liess sich hinreissen und sah bei der Schlachtung einer Kuh zu.

...und hier seht ihr uns auf dem Elefanten reiten.

Wir sind waschechte Indien-Fans geworden und wir moechten den Subkontinent „komplett“ bereisen. Das Land und die Menschen sind so eindrucksvoll fuer uns, dass wir jeden Tag neue Reiseabenteuer erleben. Leider muessen wir schon im Oktober das Land verlassen, da wir unseren gebuchten Flug nach Hong Kong bzw. Peking nehmen wollen. Unsere Erkundung des Nordens ist dann fuer naechstes Jahr als letztes Ziel unserer Weltreise geplant. Wir werden dann auf dem Landweg ueber Tibet und Nepal noch mal einreisen um euch die Reisenews aus dem Norden zu schreiben oder um euch zu erklaeren, was die Wackeldackel-Kopfgeste der Inder eigentlich genau bedeutet. So weit, so gut und wir sagen: „Kommt nach Indien und schaut euch an, was hier los ist. Danach werdet ihr die Welt mit anderen Augen sehen!“

...und auch morgen geht die Sonne auf!

Greetings from South India – Varkala

Kathy und Guido

PS: ...und hier seht ihr den traumhaften Ausblick von den Klippen in Varkala. Vielleicht bleiben wir doch einen Tag laenger ... :-)

OUR HEART BEATS FOR INDIA!

3 Comments:

  • Hallo ihr zwei Inder,

    leider kann ich mein Fandasein nicht voll ausleben, da mein Rechner noch immer nicht so ganz auf der Höhe ist. Wie abhängig man doch von der Technik ist!!!
    My heart beats for India, too!!! Nach euren neuen Reiseberichten und den tollen Fotos bin ich auch ganz hin und weg. Ich war direkt in der Weidengasse im Asiashop und habe mit diverse Gläser Tikka Masala Gläser gekauft. Bei mir gibt es nur noch Currygerichte. Ihr seht, ich bin wieder voll dabei.
    Mit den Füßen, das hätte ich mir auch nicht gefallem lassen. Der spinnt doch der Typ. Guido hat genau das Richtige gemacht. Arme Kathleen!!!
    Die Elefanten sind wirklich gigantisch. Sicherlich ein einmaliges Erlebnis auf ihnen zu reiten.
    Ich freue mich wie immer auf neue Dinge aus India.
    Hier in Köln ist alles beim Alten. Am So war mal wieder der Kölnmarathon. Alles gut verlaufen und ein super Wetter. 20.000 MEnschen gingen an den Start. Halb Köln war gesperrt.
    Take care und bringt mir ein paar leckere Rezepte aus Indien mit, damit ich keine indischen Fertiggerichte mehr essen muss.
    Euer treuer Fan
    Jenny

    By Anonymous Anonym, at 3:20 PM  

  • Hallo ihr zwei da draußen!!!!
    Tolle Fotos, sehr beeindruckend!!!!!
    Das ist ja Klasse, das ihr auf einem Elefant geritten seid, das würde Aldo bestimmt auch mal gerne, da er diese Tiere total gerne mag.
    Immer wenn ich Inder in Deutschland sehe, oder Bollywood im Fernsehen, muß ich sofort an euch denken. Indien scheint ja echt chaotisch zu sein und läßt bei uns auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck.
    Habe eine E-Mail geschickt, mit ein paar wenigen Fotos von uns, vielleicht habt ihr sie ja schon gelesen.
    Melanie war gestern, bei mir im Laden. Sie steht kurz vor ihrer Geburt. Im gegensatz zu Diana ( die ja im 6. Monat ist ), hat Melanie einen kleinen Bauch und ist immernoch gertenschlank. Das Mädchen wird Lisa heißen, das hat mit der Louis verraten ;-) Und dann hat sie mir noch erzählt, das sie auch verheiratet ist. Sie hat mit Oliver heimlich im Urlaub geheiratet. Ich weiß nicht genau, ob du das schon wußtest. Mir war das völlig neu :oI
    Ok das wars mal wieder aus der Heimat. Liebe Grüße und bis bald sagen
    Jeannette & Aldo

    By Anonymous Anonym, at 12:07 PM  

  • Guido eine Prügelei ! ich bin entsetzt .. :-)
    F.

    By Anonymous Anonym, at 1:16 PM  

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