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Sonntag, Mai 28, 2006

Day 466-479 Uruguay, Buenos Aires, Santiago de Chile and Lima - All the way through South America

Frueh morgens fuhren wir mit dem Schiff nach Montevideo. Die Hauptstadt von Uruguay ist mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern die Kleinausgabe von Buenos Aires. Die Haeuser in der Ciuada Vieja, der Altstadt von Montevideo, sind sehr heruntergekommen. 1726 wurde die Stadt gegruendet und es sieht teilweise so aus, als waere nie etwas an den schoenen Haeusern gemacht worden. Die antiken Haeuser sind teilweise verlassen und zugemauert. Manche stehen kurz vor dem Einbruch. So sah es in unseren Augen zumindest aus. Nachts ist dieses Viertel verlassen und man darf nicht durch die Strassen schlendern.

Wir kamen ganz frueh morgens am Hafen an und mussten durch die Strassen wandern, da wir kein Geld fuer ein Taxi hatten. Uns war sofort klar, dass der Flair von Buenos Aires nicht erreicht werden kann. Dafuer sah alles zu runtergekommen und aermlich aus. Uns war auch klar, dass es hier etwas gefaehrlicher sein muss, denn die Leute schauten uns alle schraeg an.

Wir hatten kaum Gepaeck bei, denn das liessen wir im Telmotango Hostel in Buenos Aires. Wir gingen also frueh morgens durch die Gassen und suchten ein Hostel. Das erste Hostel lehne uns unfreundlich ab, sodass wir in einer Absteige fuer umgerechnet 16 Dollar landeten. Fuer Montevideo ist das sehr preiswert und das war der Grund fuer die Zusage.

Wir machten uns am Samstag morgen auf, um die Stadt genauer zu erkunden. Montevideo ist fuer die Samstag- und Sonntagsmaerkte bekannt. Da unsere Herzen fuer Troedelmaerkte hoeher schlagen und wir sogar waschechte Troedelmarkt-Fans sind, zogen wir nach dem Einchecken sofort los, um die Stadt zu erkunden. Die Szene bestand aus Hippies, Rastas und Oekos. Jeder, aber absolut jeder hatte eine Thermoskanne und einen Matetopf in der Hand. Das Natinonalgetraenk Argentiniens wird in Uruguay von jedem getrunken. Die Menschen sahen alle sehr heruntergekommen und dreckig aus und ueber dem Markt auf dem Plaza de la Constitution, schwebte eine Marihuana Wolke, die uns den morgen versuesste. Die Polizisten standen in unmittelbarer Naehe. Ein besonderes Interesse hatten sie wohl nicht. Evtl. ist bei den Menschen in Uruguay alles etwas laendlicher und nicht so stressig wie in den Nachbarlaendern. Das erklaert die Ruhe und Gelassenheit der Menschen dort.
In den Markthallen, die zu einem riesigen Fresstempel umgebaut wurden, gab es wieder unsere geliebten Fleischmassaker. Man glaubt es ja kaum, aber diesmal noch groesser, noch mehr Feuerholz unter den noch groesseren Fleischbergen. Guido und Kathy bestellten sich sofort „Bife de Lomo“ und geliefert wurde eines der besten Filletsteaks unserer Reise. Selbst Kathy ist jetzt schon voll auf „Bife de Lomo“-Einstellung, wenn es um die Bestellung in einem Restaurant geht (Sie ist zu oft mit Pasta-Gerichten reingefallen) und will nur noch gute Steaks essen. Wenn das so einfach waere. ;-)

Sonntags genossen wir den groessten Markt der Stadt. Ein ganzes Stadtviertel wurde abgesperrt und zu einem riesigen Troedel- und Sammlermarkt umfunktioniert. Ungefaehr so gross wie die gesamte Koelner Innenstadt! Es wurde alles angeboten, was man sich vorstellen kann. Besonders Antiquitaeten und alte Tuer- und Messingbeschlaege, Schmuck oder alte Buecher wechselten den Besitzer. Ein Paradies fuer Restaurateure. Die meisten Dinge wurden aus den alten Haueser geklaut und auf dem Markt angeboten. Nur so koennen wir uns die Massen erklaeren, die dort gehandelt wurden. Es gab Leute, die alte bemalte Kacheln und Fliesen anboten oder Schallplattenhaendler, die argentinische und uruguayanische Pressungen verkauften. Guido war in seinem Element und ergatterte noch eine lang gesuchte Bluesscheibe von „Mama Lion“. Wir schlugen auch sonst ordentlich zu, denn die Preise waren so verlockend. Es gab echte Ledertaschen fuer unter 8 EURO und Geldboersen fuer einen EURO, die alle sehr schoen und handgefertigt waren. Teilweise so preiswert, dass man sich nicht mehr traute zu handeln.

Wir gingen abends ins Kino und schauten uns den Davinci Code und Mission Impossible 3 an. Der Davinci Code loeste heftige Diskussionen im christlichen Suedmaerika aus. Das Kino war bis auf den letzten Platz ausgebucht und alle mussten noch aufruecken, damit auch jeder einen Platz hatte. Montags morgens verliessen wir augenzwinkernd unsere Absteige und liessen noch mal Revue passieren. In wie vielen Absteigen haben wir auf unserer Reise genaechtigt und zaehlte diese zu den schrecklichsten? Sicherlich nicht!

Montags morgen fuhren wir mit dem Bus durch Uruguay in eine alte Schmugglerstadt: Colonia de Sacramento. 1680 gegruendet war die Stadt eine wichtige Schmugglerstadt fuer britische Waren. Diese wurden ueber den Rio de la Plata in die spanischen Kolonien landeinwaerts gebracht. 22.000 Einwohner zaehlt die Stadt heute und ist sicherlich eine der schoensten Orte in Suedamerika! Das Barrio Historico, mit den alten Haeusern und der Plaza Mayor, sind sehr beeindruckend. Wir verbrachen den Tag dort und fuhren abends mit der Ferry zurueck nach Buenos Aires.

Wir mussten unseren Bus nach Santiago bekommen. Nach einer Nacht im Telmotango und unserem letzten Tag in unsere Lieblingsstadt in Suedamerika, ging es in den Nachtbus nach Santiago de Chile. Zuvor schicken wir noch ein 10 Kilo Paket nach Germany. Endlich wieder leere Koffer, denn die naechsten 28 Tage werden sehr anstrengend werden. Die 22 Stunden Fahrt war landschaftlich sehr schoen. Wir mussten erneut ueber die Anden und diesmal lang ueber 2 Meter Schnee dort. Alles war weiss und an der Grenzstation war es sehr kalt. Wir sassen im 2. Stock in den ersten Reihe des Busses direkt an der Glasscheibe und bei den Kurven war unter uns der Abgrund der Schluchten zu sehen. Erneut ging es hunderte von Metern steil bergab, doch diesmal schwebten wir praktisch schon ueber dem Felsen. Die Aussichten waren spektakulaer. Wir genossen die Fahrt in vollen Zuegen, schauten auf die Vulkane und schnupperten erneut die Hoehenluft ueber 3500 Metern, die uns nicht so zusagt.

In Santiago buchten wir nur eine Nacht und morgens um 3 Uhr fuhren wir mit einem Begleitservice zum Flughafen. Die Aussicht auf die Andenkette waehrend des Fluges war ueberwaeltigend. Wir sahen den Sonnenaufgang. Nacht knapp 4 Stunden Flug kamen wir in Lima an. Lima sagte uns schon am Flughafen nicht zu. Wir koennen es nicht beschrieben, aber entweder stimmt die Chemie oder nicht. Am Flughafen wurden wir sofort um einige Sol, so heisst die Waehrung hier, erleichtert. Hier ist es nicht mehr so preiswert. Der Taxi-Service versuchte uns sofort ein anderes Hostel anzudrehen, obwohl wir ihn beauftragt haben uns zu unserem Hostel unserer Wahl zu fahren.

Die Menschen sind sehr fordernd, aufdringlich und sie wollen Dir jeden Dreck verkaufen. Ueberall wird man angesprochen: „Hey, Mr. Money, Hey, buy this, buy that. Money hier und Money da!“ Meistens schicken die Peruaner ihre kleinen Kinder vor, die dann Kaugummitueten aufreissen und die Kaugummis einzeln verkaufen sollen. Wir finden das ganz schlimm und unterstuetzen das nicht. Wir kaufen gar nichts und sind auch sehr direkt zu den Menschen. Genau so, wie sie uns auch vorkommen. Anders gehen sie nicht weg und laufen einem hundert Meter hinter uns her und fassen uns sogar an. So etwas haben wir in Bolivien nie erlebt. Die Menschen waren viel zurueckhaltender und sie taten uns oft leid. So halfen wir aus, wo wir konnten oder wollten. Auch da wurden die Touristen oft ausgenutzt, das ist in einem armen Land nie anders, doch in Peru herrscht das erste mal auf unserer Reise ein anderer Wind. Hier sind wir nur noch auf Abstand zu den Menschen. Hoffentlich aendert sich das im Hochland wieder.Ein Park in Lima. Hier ist Kuessen angesagt. Der Love Park. Einer der schoensten Parks in Lima. Man darf sich kuessen und den schoensen Ausblick auf den Pazifik geniessen. Wir haben uns natuerlich auch gekuesst, genaus so, wie es sich fuer uns gehoert. :-)

Wir sind in einem super Hostel gelandet. Fanzis, unser Host, ist der absolute Super-Peruaner. Einer der nettesten Menschen unserer Reise und der beste Gastgeber bisher. Er hat sein altes Haus in Miraflores umgebaut und sich zur Lebensaufgabe gemacht, junge Backpacker in Lima zu unterstuetzen. Er kann nur 20 Leute aufnehmen und kuemmert sich um alle Belange. Es ist wirklich verwunderlich, welche Energie er in seinen Job steckt. 24 Stunden ist er hier auf den Beinen. Nichts Aufgesetztes, nein, einfach vom Herzen ein guter Mensch, unser Franzis.
Ein Klosterinnnenhof in der Innnestadt von Lima.

Das Haus ist wie die meisten Haeuser in Lima mit einem Elektrozaum abgesichert. Alles wird von ihm per Infrarotkamera ueberwacht und aufgezeichnet. Die Anlage hat er installiert, weil ein 64 jaehriger Mann letztens einen Herzinfarkt bekommen hat und er ihn zu spaet gefunden hat. Der Mann lebt noch, denn Franzis war natuerlich rechzeitig zu Stelle, um ihm zu helfen. Wir fuehlen uns hier sehr wohl, leider sitzt uns die Zeit im Nacken.

Links: Selbst hier wollte der Besitzer des Hundes Geld haben. Nur weil Guido das Haus fotografierte und sein Hund drauf war. Der Depp zog dem armen Hund eine Muetze und eine Sonnenbrille an. Dass Guido solche armen Aktionen niemals Unterstuetzen wuerde, ist klar. Ein kurzes "Fuck You", war mehr als angebracht.

Hier lassen wir unsere grossen Ruecksaecke und Wertsachen hier stechen, damit wir unbeschwerter durch die gefaehrlichen Zonen Reisen koennen. Wir muessen wieder rauf auf die Anden und nach Bolivia geht es auch noch. Schon wieder? Ja, wir muessen ja noch eines der 5 Highlights unsere Suedamerika Tour mitmachen: Der Dschungel! Das Jaguar Bild fehlt immer noch. Zumindest lieferten wir euch den Condor schon.


Tief unter den Erde. In den Katakomben der Stadt Lima, sahen wir die Schaedel und Knochen aus der Vergangenheit. Guido vor den Toren der fast 10 Meter hohen Knochenhaufen.

Heute schauten wir uns die gesamte Innenstadt an. Lima hat natuerlich viel Kultur und alte Haeuser zu bieten. Die Haueser sind wunderschoen und zahlreich vertreten. Was jedoch komplett fehlt ist Flair! Lima hat einfach nix zu bieten. Nichts was uns anspricht. Vielleicht sind es die Menschen oder die Groesse der Stadt, vielleicht ist es der staendige Smog der ueber der Stadt liegt (unsere Kamera ist nicht defekt! ;-)), wir wissen es nicht? Wir denken, die Stadt ist einfach zu gross. Ihr wisst, wir moechten die Stadte immer zu Fuss erleben. Heute versuchten wir das in Miraflores. Lima zu Fuss ist jedoch ein schrecklicher Gedanke.
Einer der antiken Balkone in der Innenstadt! Sehr schoen anzuschauen!

Wie auch immer, wir hoffen, euch etwas mehr Freude und Abwechslung mit unseren Reiseberichten zu liefern und sagen...

...hoffentlich geht der Ball bei der WM fuer Deutschland rein, denn dann haben eure beiden Weltenbummler einen guten Stand in Suedamerika. GERMANY!!! 2006 WOLDCUP CHAMP

Wer weiss...?

Kathleen und Guido from Lima – Peru

1 Comments:

  • Hallo ihr zwei,

    ich glaube, ich bin im Moment die einzige Person, die in den Blog schreibt.
    Ich bin immer froh von Euch zu hören. Echt schade, dass ihr jetzt erst in Peru angekommen seid. Mein Onkel ist nämlich schon wieder in Köln. Ich kann auch nicht sagen, wann er wieder in Lima ist. Er war ganze 6 Monate dort.
    Er hat mir auch erzählt, dass es nicht ganz ungefährlich in der Stadt ist. Viele arme Menschen. Meiner Tante haben sie auch die Uhr vom Handgelenk geklaut, indem sie sie auf den Boden gedrückt haben. Ihr müsst auf Euch achten.
    Rafael könnte ein paar Türgriffe und Beschläge aus den 19. Jh. gebrauchen (Gründerzeit). Wenn ihr was Schönes seht könnt ihr zuschlagen. :-)
    Solche Trödelmärkte könnten wir hier sehr gut gebrauchen.
    Ich drücke Euch und wir werden Weltmeister,

    Jenny

    By Anonymous Anonym, at 12:11 PM  

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