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Dienstag, Februar 07, 2006

Day 353-364 Tahiti oder „A paradise-seeker's dream comes true"

Franzoesisch Polynesien ist besser bekannt unter dem Namen der Hautpinsel Tahiti. Unser Start auf dem Festland war leider nicht der Beste. Wir hatten uns das Hostel Chez Fifi ausgesucht, da es sofort in Flughafennaehe lag. Die Absteige lag in einer Seitenstrasse am Airport, in der es nach Hundescheisse stank. Die Einweisung in die Raeumlichkeiten machte ein gestrandeter Deutscher, der nur in einer Unterhose bekleidet war und uns an den Killer aus „Das Schweigen der Laemmer" erinnerte. Er lebte seit 9 Jahren in einer Besenkammer am Strassenrand und schlief auf dem Boden neben den Hunden. Der geklonte Verrueckte zeigte uns die letzten zwei verfuegbaren Betten und wir kamen irgendwann nachts zur Ruhe. Fuer umgerechnet 50 EURO bekamen wir zwei dreckige Betten mit Bezuegen, die schon seit zwei Dekaden nicht mehr gewaschen wurden. Wir mussten in einem Raum schlafen, in dem es nach Pisse und Scheisse stank und von der Toilette wollen wir euch lieber nicht detailliert berichten, sonst wird euch noch schlecht.

Am naechsten Morgen ging es zur Bezahlung in das Haupthaus und danach sahen wir das volle Ausmass des „Suedseetraums". Smog, Laerm und Dreck beherrschten die Strassen von Tahiti und die Menschen waren die unfreundlichsten Gestalten, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Wir fuhren mit dem „Le Truck" (ein umgebauter LKW fuer Reisende) nach Pape'ete rein und versuchten ein anderes Hostel zu finden. Das erwies sich als aeusserst schwierig, da niemand auch nur einen Fetzen englisch sprach. Noch schwieriger war es jedoch, das Cargoboot fuer unsere geplante Ueberfahrt nach Bora Bora zu buchen. Ein knappes dutzend Telefonate wurden von den Angestellten am anderen Ende der Leitung unterbrochen. Sie legten auf, weil ihnen die Sprachprobleme unangenehm waren. Wir mussten mit dem gesamten Gepaeck zum Frachthafen fahren, um dann dort zu erfahren, dass die Franzosen uns Backpacker nicht mitnehmen wollen. Unser Traum von Bora Bora war geplatzt, denn ein Flugzeug konnten wir nicht bezahlen. Wir waren gestresst, stinksauer und muede und machten uns weiter auf die Suche nach einem Hostel. Leider gab es nur die schlimmsten Absteigen fuer unglaubliche Preise. Ab dann wurde uns klar, dass wir an unsere Grenzen stossen. Nicht ein Tahitianer spricht ein Sterbenswoertchen englisch und die Preise reissen uns den Kopf ab.

Wir fuhren mit der Faehre auf die Insel Mo'orea und stiegen bei Marks Place Paradise ab. Mark stammt urspruenglich aus Idaho und ist ein kleiner Aufschneider. Wir sind sehr froh, in seinem Paradies zu schlafen. Meistens haben wir einem Dormroom fuer uns alleine. Gestern mieteten wir ein Auto und fuhren ueber die Insel. Mo'orea kennt man von den Postkartenbildern, auf denen steile Berghaenge im kristallklarem Wasser der Suedsee enden. Mo'orea ist traumhaft schoen, doch Straende gibt es leider nur wenige. Die Insel von einem Riff umgeben und weit draussen auf dem Meer brechen sich die hoechsten Wellen. Nicht solche Poser-Waves wie in Australien oder Neuseeland. Nein, richtige Wellen. Haushoch, so wie man sie aus den Hawaii Bildern kennt. Backpacker sehen die Traumstraende von Polynesien leider nicht, denn alle schoenen Buchten sind von den Hotelkomplexen besetzt. Dort kostet eine Uebernachtung 1000 EURO. Gestern radelten wir mit unseren geliehenen Fahrraedern um die Insel. Wir sahen viel mehr als mit dem Auto. Auf ueber 64 Kilometern lernten wir die freundlichen Menschen von Mo'orea kennen, fuhren durch die schoensten Kulissen dieser Welt und machten im Intercontinental Mo'orea halt. Es war ein Vergnuegen. Obwohl die Hotelkomplexe viele Security Mitarbeiter beschaeftigen, fuhren wir mit unseren Beach Cruisern in das Intercontinental rein. Natuerlich wurden wir sofort angesprochen, was wir hier zu suchen haetten. Doch wer kaum englisch kann, wird von uns nicht beachtet. Wir sahen die Schoenen und Reichen, die auf ihren kuenstlich angelegten Straenden lagen und in den Lagunen schwammen. Die gefangenen Delfine, die unter Open-Water Buren schwammen, waren uns dann doch einen Tick zu viel des Guten. Was braucht der reiche Urlauber sonst noch alles, um endlich gluecklich zu werden? Nach einer halben Stunde hatten wir genug von dem touristischen Bonzen-Trubel und waren froh, wieder in der Natur auf unseren Raedern zu sein.

Sicherlich wollen die deutschen Maenner unter euch auch von Guido hoeren, wie die Frauen hier aussehen. Jep, die Legende der schoensten Tahitianerinen ist wahr und einfach unfassbar. Die Tahitianerinnen sind verdammt huebsch anzuschauen. Guido kam aus dem Staunen nicht mehr raus. ;-)

Wir versuchten gestern den Flug umzubuchen und stellten mit Erschrecken fest, dass LanChile unsere Tickets gecancelt hat. Nach einigen Faxen und 5 weiteren Telefonaten, konnte die Angelegenheit geklaert werden und wir waren wieder im Rennen. Leider sind die naechsten 2 Flieger ausgebucht, so dass wir erst am Montag in einer Woche an den Start gehen koennen, um Polynesien zu verlassen. ...and the next stop is...

Es geht zu den Osterinseln. Ein grosser Traum wird wahr! Rapa Nui - „The Navel of the World" Kathy und Guido kommen! Easter Island gehoert zu Chile und ist die isolierteste Insel unseres Planeten. 3700 Kilometer vom Festland und 4.000 km von Tahiti entfernt, werden wir eine Woche in das Leben der Insulaner eintauchen und uns die weltbekannten Statuen anschauen. Die Geschichte der Osterinsel ist schwierig zu rekonstruieren, da alle schriftlichen Aufzeichnungen völlig fehlen. Damit ist Rapa Nui eines der mysterioesesten Plaetze auf Erden. Nur 4200 Menschen leben auf der Insel. Wir hoffen, bei einer Familie unterzukommen, denn nur so lernen wir das Leben der Menschen dort kennen. Drueckt uns die Daumen, dass alles so klappt wie wir es uns vorstellen und wir schnell spanisch lernen.

Greetings from Mo'orea - French Polynesia - A Surfers Dream

Kathy und Guido

PS: Heute abend wird gefeiert: 365 Tage unterwegs auf Weltreise! One Year Around The World...

2 Comments:

  • Hallo Ihr Zwei,

    ja,,, wir drücken die Daumen
    ganz fest...
    ALLES WIRD SICHER GUT KLAPPEN.

    In Glessen kenn ich Zwei...die (wenn ich am Nachmittag komme) Luftsprünge machen wenn es wieder
    neue Post von Euch gibt.

    Bin auch was im Stress auf der Arbeit und muss daher sehen, dass die Bagger wieder an´s laufen kommen.Wir haben eine Störung hier. Sorry, keine Zeit.

    Weiter so...
    ALLES GUT UND VIEL GLÜCK
    jb. u. Familie

    By Anonymous Anonym, at 12:43 PM  

  • Wir hoffen, die Bagger sind wieder im Rennen und Du konntest die Nachrichten uebermitteln. Cheers Guido und Kathy

    By Blogger Digital is Evil, at 2:43 AM  

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