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Montag, April 11, 2005

Day 62-64 Surfers Paradise – Gold Coast Australia

Ueber 30 Clicks auf unseren neuen Bilder Seiten und nur die ueblichen Verdaechtigen melden sich mal zu Wort? Seid nicht so schreibfaul, los traut euch! :-)

Wir sind fast die komplette Gold Coast Richtung Norden gefahren. Vorbei an Brunswick Heads, Pottsville, Kingscliff, Tweed Heads, Coolangatta, Burleigh Heads und Broadbeach nach Surfers Paradise. Wir befinden uns jetzt nicht mehr in New South Wales sondern in Queensland.

Auf dem Weg hierhin sind wir in einer Werkstatt vorbeigefahren und wollten unseren Fury etwas Gutes tun und ihn mal so richtig aufpolieren lassen. Na ja, wir wollten eigentlich nur seinen Arsch wieder schoen huebsch machen. Guido ging in die Werkstatt und der urige australische Mechaniker liess sich zu einer kleinen Besichtigung unseres Schadens hinreissen und folgte uns auf den Parkplatz. Guido erlaeuterte in langen Reden den Vorgang des Unfalls und zeigte noch mal praezise auf die Beule.

Der Mechaniker musterte uns genau und fragte, wie lange wir hier bleiben und ob wir Australien auch so richtig geniessen wuerden? Verdutzt antworteten wir ihm auf die Frage. Er laechelte und rief uns beim Weggehen noch zu: „Hey Leute, nehmt die 400 Dollar, die ihr fuer die Reparatur bezahlen wuerdet und schaut euch das schoene Land an. Hoert auf ueber solche Kleinigkeiten nachzudenken und kuemmert euch um die Fahrt und um eure Reise!“ Typisch Australier und deren Lebensstil! ...aber auch irgendwie genau das, was wir hoeren wollten. Seit dem Tag jammeren wir nicht mehr ueber unser Heck und alles laeuft besser als je zuvor. Fury macht uns in letzter Zeit keine Sorgen. Alles laeuft Bestens und Guido denkt ernsthaft darueber nach, nach seiner Rueckkehr eine Lehre als KFZ-Mechaniker beim Autohaus Wolter anzufangen. Das angelernte Know-How muss ja irgendwie an den Mann gebracht werden. ;-)

Surfer Paradise? Was verbirgt sich denn bitte schoen dahinter? Das Mallorca von Australien! Der Betonschungel Surfer Paradise ist das Zentrum der Gold Coast, australiens Urlaubskueste Nr.1. An dem kilometerlangen Strand tuermen sich Hotel- und Apartmentblocks auf und wir sitzen mittendrin auf einem Camping Ground. Ein ganz ungewohntes Gefuehl ist das. Alle Urlauber schaun aus ihren Fenstern auf unseren Platz herab. Keine Natur, nur Hochhaeuser, Nightclubs, Pubs, Restaurants, Vergnuegungsparks und Einkaufzentren. Warner Brothers Movie World, Sea World, Wet and Wild und div. andere Parks sind in unmittelbarer Naehe anzufinden.

Ob so was schoen ist, fragt ihr euch? Ja, denn hier wird ausnahmsweise mal nicht gekleckert, sondern geklotzt! Hier gibt es fuer wirklich jeden Geschmack das richtige. Wir brauchen so was nicht jeden Tag, aber fuer einige wenige Tage tut uns das mal verdammt gut. Die obligatorischen „Nothing about 5 Dollar“-Shops haben es uns wirklich angetan. In diesen Laeden werden wieder T-Shirts fuer 5 Dollar das Stueck eingekauft. In australische Top-Load Waschmaschinen duerfen nur die preiswertesten Kleidungsstuecke, hat Kathleen festgestellt. 3 mal gewaschen und die Shirts sind nur noch zum Messen des Oelstandes zu gebrauchen. Jetzt waschen wir unsere guten Anziehsachen lieber auf der Hand. Das machen hier sehr viele Urlauber so.

Wollten wir in Australien nicht arbeiten? Klar, aber bis heute haben wir noch nichts gefunden. Die Loehne, die hier bezahlt werden, sind total laecherlich. Fruit Picking wird nach Bins bezahlt und die ganze Geschichte laeuft beim Aepfel pfluecken wir folgt ab. Man bekommt einen Traktor mit Anhaenger und muss die grossen Plantagen nach Aepfelbaeumen durchforsten. Mit einer Leiter und einem Umhaengekorb pflueckt man dann die Aepfel, die aber alle mit dem Stiel gepflueckt werden muessen. Das erschwert den Vorgang wohl ungemeint. In einen Korb passen 25 Kilo Aepfel. Dieser Korb muss 20 mal in den Bin auf dem Anhaenger ausgekickt werden. Danach ist der Bin mit einem Volumen von 780 Litern und einem Gesamtgewicht von 500 Kilogramm voll. Mit dem Bin faehrt man dann zu einer Halle und bekommt netto 24 Dollar. Zeitlich ist das fuer zwei schnellpflueckende Maenner, ca. 1,15 – 1,30 Stunden Aufwand. Wer nicht blauaegig diesen Job antritt und vorher merkt, dass der Stundenlohn pro Nase bei etwa 4,80 EURO liegt, wird zur Belohnung noch mit allerlei Insektenstichen konfrontiert. Dort scheint so ziemlich alles giftige Getier in den Baeumen zu haengen, was in Australien Rang und Namen hat. Sehr schlimm sollen jedoch australische Raupen-Mutanten sein, die seltsame Faeden absondern. Beruehren diese Faeden die Haut, ist das wie ein Insektenstich und juckt hoellisch. Wir trafen einen Deutschen in Byron Bay, der hatte die kompletten Oberarme bis zu den Achseln voll mit diesen Stichen. Zudem liegen die Orte in denen gepflueckt wird mindesten 200 Kilometer von der Kueste entfernt im Landesinneren. Unterkunft und Verpflegung geht noch zu unseren Lasten. Kathleen und Guido fragen sich die ganze Zeit, was dann noch unterm Strich uebrigbleiben soll? Wir wissen es nicht, wollen es nicht wissen und ueberlassen deshalb die „Schufterei fuer lau“ den anderen juengeren europaeischen Reisenden und Weggefaerten.

Wir befinden uns nur noch einige hundert Kilometer vor der tropischen Klimazone. Momentan ist noch Regenzeit im Norden und die Auslaeufer bekommen wir davon jede Nacht zu spueren. Es regnet nachts wie aus Eimern. Unsere Zeltnachbarn schwimmen regelrecht weg und manche Camper verbringen die Nacht in ihren Autos. Unser Fury haelt sich aber wacker. Haette nicht irgendein Idiot vorne drei Loecher in die Karosserie unseres Daches gebohrt, waere es knochentrocken. Momentan stinkt es fuerchterlich verfault in unseren Van, weil es jeden Tag nass ist und unsere Handtuecher durch die hohe Luftfeuchtigkeit einfach nicht trocknen wollen. Wir spannen ab heute Waescheleinen auf, damit wir unsere Waesche draussen aufhaengen koennen.

So das war’s aus der Bettenhochburg Surfers Paradise in Queensland Australia!

Kathleen und Guido wuenschen alles Gute!

PS: An Mutti Hannelie noch mal VIELEN DANK! fuer Deine Muehe mit den drei LPs und die gute Auswahl. Guido dachte sich schon, dass mal wieder 50% der LPs mit Fingerabdreucken oder Kratzern versehen sind.

2 Comments:

  • Erster, ätschi, bätschi!

    Erstmal ein großes Lob an unsere Computerfachfrau Hannelie. Das hast Du super gemacht mit den LP's!!! Guido, Deine Mutter fängt glaube ich das Sammeln an. Man soll sie auch schon in diversen Plattenläden gesichtet haben. Heute kommt Tina und ich gebe ihr den Schlüssel. Ich glaube, sie geht hier auf ein Konzert. Ich gehe jetzt gleich zu der Diplomfeier der KHM in den Kölnischen Kunstverein. Dicke Party mit Buffet!!! Supie!!! Hannelie ist heute bei Muttern im Geschäft. Die zwei klönen ein wenig über die Neuigkeit der Grimaldis. Sonst gibt es nichts Neues. Ach ja, Rafaels VW fährt wieder. Jetzt können wir wieder auf Exkursion gehen.
    Und denkt daran: nicht soviel waschen. Das macht die Hände kaputt.
    Bis bald, Jenny

    By Anonymous Anonym, at 3:23 PM  

  • Toll, dass der VW wieder startklar ist! Tina geht auf das Alanis Konzert.

    Wir sitzen hier gerade in Surfer Paradise im Backpackers World und surfen, da es draussen heute unertraeglich heiss ist.

    Bis die Tage...

    Lieben Gruss an alle! wuenschen euch aus Surfers Paradise

    Kathleen und Guido

    By Blogger Digital is Evil, at 4:11 AM  

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