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Sonntag, März 06, 2005

Day 24-27 Kangaroo Island

Auf dem Weg zur Ferry nach Cape Jervis machten wir einen Zwischenstopp in Second Valley und unsere neue Angelausruestung wurde auf die Probe gestellt. In Second Valley gibt es einen Bootssteg und mit unserem kuenstlichen Koeder konnten wir tatsaechlich einen Calamari fangen. Es war nicht so einfach den Fisch auszunehmen. Die Tinte spritzte ueber den Bootsteg und Guido war von oben bis unten voll mit dem Zeug. Wir hoffen, beim naechsten mal eine bessere Technik zu finden und die Innereien aus der Tube rausholen zu koennen, ohne den Tintebeutel zum platzen zu bringen. Wir ueben noch fleissig. Kathleen wird sich beim naechsten Versuch an vorderste Front stellen und den Kopf eigenhaendig abreissen. ;-)

Den Calamari haben wir mit Reis, Paprika, Knoblauch, Zwiebeln und Moeren in einer Pfanne angebraten und mit Curry gewuerzt. Super lecker! und selbst gefangen schmecken die Fische noch besser.

Kurz vor Cape Jervis, dort wo die Ferry uebersetzt, ist uns waehrend der Fahrt durch den Sturm das Verdeck vom Camper hochgesprungen und dabei ist eine der Eisenstangen verbogen. Jetzt schliesst das Verdeck leider nicht mehr richtig. Wir versuchen das in den naechsten Tagen zu fixen und falls gar nichts geht, werden wir Eisenklammern dranschrauben muessen. Das Auto faehrt sehr gut, auch wenn wir alle 100 Kilometer ordentlich Oel nachkippen muessen. Wir haben jetzt schon 2200 Kilometer mit unserem Van abgerissen und 8 Liter Oel hat er dabei geschluckt. Wir hoffen, dass das bei solchen alten Autos normal ist. Wir lieben unseren Campervan langsam und hoffen, dass wir uns nicht mehr von ihm trennen muessen. Er ist zwar sehr klein, aber irgendwie passt er super zu uns und unserem Trip. Bergauf faehrt er ca. 25-30 Kmh im 2 Gang. Das ist jedes mal ein Trauerspiel fuer die Autos hinter uns. Die meisten haben aber Verstaendnis dafuer. Besonders, wenn sie uns beide in dem alten Van sitzen sehen. Viele Lachen, einige wenige regen sich sogar auf. Uns ist das schnuppe, da wir eh nichts daran aendern koennen.

In Cape Jervis warteten wir die Nacht ueber auf die erste Faehre um 9 h. Wild campen ging ganz gut, ist aber immer ein sehr spannendes Erlebnis.

In Kangaroo Island angekommen, sind wir nach Kingscote gefahren und schliefen dort auf einem Caravan Platz. Kingscote ist die Hauptstadt der Insel. Am naechsten morgen sind wir die komplette Nordkueste ueber Emu Bay und Stokes Bay abgefahren. Ausser toten Kangaroos am Strassenrand, gab es nichts zu sehen. Das bewegte uns dazu, sofort in den Westen der Insel vorzudringen und so haben wir nach einer Uebernachtung im Western Caravan Park morgens im Flinder Chase National Park eingecheckt.

Zuerst schauten wir uns die tollen Steilkuesten am Admirals Arch und die ausgewaschenen Felsen bei den Remarkable Rocks an. Wir waren wirklich begeistert von dieser spektakulaeren Aussicht.

In der Hoffung endlich auf lebende Kangaroos und Koalas zu treffen, sind wir in den entlegensten Teil der Insel gefahren, dem West Bay Camping Park. Kein Mensch ist uns auf den Schotterpisten begegnet und wir fuhren mit Tempo 15 Kmh ca. 2,5 Stunden dorthin. An dem Campground angekommen sind wir runter zu einem wunderschoenen Strand. Da der Strand rundherum vom kilometerlangen dichtem Wald umgeben ist, konnten wir sicher sein, dass wir keinen dort antreffen wuerden, denn die einzige Strasse sind wir ja abgefahren. Der Strand war wirklich einzigartig und ist die Reise dorthin wert. Ein zwei stuendiges FKK Sonnenbad gehoerte zu den Highlights an diesem Tag. Abends hatten wir so eine Angst, dass wir kurzerhand beschlossen, wieder zurueck zum Check-In zu fahren und uns dort auf den bewachten Caravan Park zu stellen. Dort liefen einige Kangaroos, viele Wallabies und Oposums rum. Das war natuerlich sehr spannend.

Am naechsten morgen machte Guido die Tuer auf und uns sprang fast ein Kangaroo in den Wagen. Die Tiere sind dort so zutraulich, man kann sie sogar streicheln. Sie verhalten sich ganz anders, sie sind ruhiger als die Kangaroos auf dem Festland.

Da das Wetter nicht so schoen war und wir genug von Plumpsklos und dreckigen Duschen hatten, beschlossen wir nach 3 Tagen wieder zurueck auf das Festland zu fahren. Auf dem Weg zur Faehre besichtigten wir noch eine Tropfsteinhoehle, die Kelly Hill Caves. Die ganze Strasse ab dem National Park bis zu den Hoehlen war voll mit hunderten von Wallabies. Manche kamen regelrecht auf unseren Van zugerannt. Wir fuhren ganz langsam und amuesierten uns ueber diese seltsamen Zeitgenossen, die da am Strassenrand und auf der Strasse auf uns warteten.

Alles in Allem ist Kangaropo Island eine Fahrt wert. Als Backpacker und professionelle Sport-Sparer fanden wir die 260 Dollar fuer die Uebrfahrt von nur 30 Minuten Laenge mehr als fragwuerdig und gehen deshalb mit gemischten Gefuehlen von der Insel. Es ist eher eine Tourist Trap (Touristenfalle) als eine von Kangaroos und Koalas bewohnte Insel. Fuer Kurzzeiturlauber sicherlich sehenswert, fuer Backpacker mit wenig Budget eher ein No-Go.

Wir waren trotzdem froh, Kangaroo Island gesehen zu haben.

Cheers Eure Weltenbummler und Moechtegern Ranger Kathy und Guido

2 Comments:

  • Hallo ihr Lieben!
    Es ist schön wieder etwas von Euch zu hören!! ...und Ihr habt echt einen Calamaris gefangen? Davon habt Ihr doch bestimmt Fotos gemacht?! (Würde mich sehr freuen, wenn Ihr wieder welche ins Netz stellt!)
    Martin kann Euch bestimmt noch ein paar super Tipps geben, wie Ihr den Calamaris beim nächsten mal besser ausnehmt!!!

    Good luck for your next adventures!!

    LG Tina ;o)

    By Anonymous Anonym, at 12:23 PM  

  • Hallo ihr 2 Weltenbummler,
    sicher macht ihr schon Melbourne unsicher, eine Stadt, die lebendiger ist als Adelaide.Good luck to you.Saugt das Grossstadtleben ein.
    Es ist ja echt lustig, eure comments zu lesen. Kiri meint, dass seine Fischlektion "ein voller Erfolg" gewesen sei!Uebrigens,die Calamari spritzen i m m e r mit Tinte um sich.Das ist ihr Verteidigungsmechanismus, das hat nichts mit einem Beutel zu tun, in den man reinschneidet.
    Danke für die Loorbeeren, wenn man weiss, dass die Leute nach der Begegnung euer Tagebuch lesen, dann muss man ja höflich sein.....
    Eigentlich hättet ihr Adelaide nicht verlassen dürfen, ohne vom Mt. Lofty die Stadt von oben und am Einnachten zu sehen. Na ja, beim nächsten Worldtrip!
    Ich wusste, dass Kangarooisland mehr als ländlich ist, so ist auch Tasmanien, eher etwas spektakulärer, das schon. Ich war erstaunt zu lesen, dass ihr die Rückreise am 18. gebucht hattet. Der Preis für die Ueberfahrt ist ja wirklich saftig, konnte mich gar nicht mehr daran erinnern.
    Hier nimmt alles seinen gewohnten Gang. Am Wochenende waren wir 2 Tage am Worldmusicfestival, mit 22 verschiedenen Gruppen im Botanischen Garten. Superstimmung, ganz toll. Am Freitagabend waren wir mit 70'000 anderen Besuchern im strömenden Regen dort, am Samstag war es warm und trocken.
    Am 22. fliege ich, leider allein, in die Schweiz und komme nach einem Monat wieder zurück. Wegen der Alterspension lassen sie Kiri nicht ausfliegen, wir hatten eine falsche Info, Kiri musste sein bezahltes Ticket zurückgeben. Zum Glück nur §50 Verlust. Kiri muss 2 Jahre am Stück dableiben, damit sie die Pension nachher nach Griechenland senden. Wir sind traurig, aber Gesetz ist Gesetz. Jetzt bleibt unser Haus auf Ikaria 2 Jahre geschlossen, das war so nicht geplant.
    Die Zeit mit euch zusammen war schön. Ihr seid zwei ganz feine Menschen. In Gedanken machen wir die Reise mit euch. Die Distanzen sind endlos. Nebst dem langweiligen Australien findet man immer wieder schöne Ecken.
    Tragt euch Sorge. Putzt nicht zu viel. Habt euch lieb und geniesst die neuen Freiheiten. Die ganze Reise ist eine Lebensschule, das kann euch nie mehr jemand wegnehmen.

    Tschüss

    bis zum nächsten Mal

    Edith und Kiri

    By Anonymous Anonym, at 3:18 PM  

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